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DEATH DEALER - War Master

Tracklist:

1. Death Dealer

2. Never to Kneel

3. Warmaster

4. Children of Flames

5. Curse of the Heretic

6. Hammer Down

7. The Devil's Mile

8. Liberty or Death

9. Heads Spikes Walls

10. Wraiths on the Wind

 

Release Date:  14 June 2013 - Steel Cartel

 

 

Mit sogenannten All-Star Bands ist das immer so eine Sache. Oftmals können die Namen, die hinter diesen Projekten stehen, die dadurch geknüpften Erwartungen nicht oder nicht ganz erbringen. Liegt es an den Egos der jeweiligen Musiker oder an fehlendem Songwriting Talent ? Man weiß es nicht....

Jetzt liegt mit „War Master“ ein weiteres Album einer solchen Supergroup vor, welche auf den fulminanten Namen Death Dealer hört. Mit Sean Peck (Cage), Rhino + Ross the Boss (ex Manowar), Stu Marshall (Dungeon) und Mike Davis (Halford, Lizzy Borden) findet hier das Who-is-Who des kraftvollen Power Metals zusammen und wer die exzellente Röhre von Sean Peck kennt, geht automatisch in freudiger Erwartung an dieses Album heran.

Und extrem powerful startet die Band mit „Death Dealer“. Hochgeschwindigkeits Powermetal erhabenster US-Prägung mit einem Peck, der sich die Lunge aus dem Hals schreit, im positiven Sinne. Aller Rob Halford Ehren wert....Eine gnadenlose Abgehnummer, hier bangt der Kopf automatisch mit. Irgendwie hat der Song etwas vom begnadeten Painkiller von Judas Priest, nicht nur dem ähnlichen Refrain geschuldet. Feinstes Metall !!

Mit Trommelwirbel empfangen wir „Never to Kneel“. Der Song fährt die Geschwindigkeit etwas herunter und empfiehlt sich durch getragenes Midtempo. Eher eine Mitsing-Nummer, die trotzdem genug Dampf unter dem Kessel hat, um die Rübe durchzuschütteln. Souveräne Gitarrenarbeit von Marshall und Ross, hier hört man die jahrzehntelange Erfahrung heraus. Nicht zuletzt im guten Gitarrensolo in der Mitte des Songs. Eine Nummer im Grave Digger Stil, allerdings mit um Klassen besseren Gesang.

Begrüßen wir nun den „Warmaster“. Mächtiger Beginn, der in rasenden Speed übergeht. Eine Wand, die dich zu erdrücken scheint, mit soviel Kraft und Punch unterm Arsch....ein Gewitter allererster Güte. Peck's Vokalleistung ist schier unglaublich, seit dem jungen Halford hat man Vergleichbares nicht mehr gehört. Das obligatorische Gitarrensolo ist etwas unsauber gespielt, passt aber ganz gut ins Gesamtbild.

Und nun ? Wer pfeift denn da zu Beginn ? Klaus Meine ? Balladesker Gesang und akkustische Gitarren eröffenen „Children of Flames“. Dieser Gesangsstil ist nicht wirklich Peck's Stärke. Zum Glück gewinnt die Stimme im Refrain durch die gewohnt hohen Screams an Fahrt und bewahrt den Song vor unterem Mittelmaß. Ein Song mit Licht und Schatten. Licht im Refrain und Schatten in den ruhigen Momenten. Musikalisch allerdings ohne Zweifel wertvoll.

Großartiges Riffgewitter eröffnet „Curse of the Heretic“. Wahnsinns-Vocals gepaart mit äußerst tighten Gitarrenparts von Midtempo bis Speed lassen jedes Powermetal Herz höher schlagen. Ein düsterer, etwas orchestraler Part bringt Abwechslung in die Geschichte und der Song ändert sich in einen Smasher, der nicht zuletzt durch den Gesang etwas an King Diamond erinnert. Ebenso ist das folgende Gitarrenstück wohl dem König Dänemark's geschuldet. Nett !!

"Hammer Down“ überzeugt zu Beginn mit einem thrashigen Riff und etwas gewöhnungsbedürftigem Cleangesang. Der Song ist mehr oder wenig auf einen einfachen Refrain reduziert. Der Weg dorthin wird zugepowert. Idealer Live-Song meiner Meinung nach mit einigen Zitaten alter Heavy Metal Klassiker (Saxon, Malmsteen etc.).

Epische Momente auf dem Weg zu „The Devil's Mile“. Der Spannungsbogen wird gespannt, bevor der Pfeil abgeschossen wird und der Song an Fahrt gewinnt. Der Gesang erinnert manchmal an Mat Sinner hier und auch musikalisch könnte der Track auf einem Album der deutschen Metalinstitution gestanden haben. Straighter, echter Metal ohne großartigen Firlefanz. Die Drums peitschen pausenlos nach vorne, um die Teufels-Meile zu begehen. Zum Ende erscheinen die epischen Momente erneut, um den Gang zu beschließen.

Klassische Metal Arrangements führen uns zu „Liberty or Death“. Musikalisch nicht nur aufgrund des Songtitels nahe an neueren Grave Digger, wie gesagt, mit unvergleichlich besserem Gesang. Midtempo Song mit teilweise mehrstimmigen Vocals. Ein Chorus wie ihn Boltendahl und Konsorten nicht besser hätten zaubern können. Empfehlenswert für alle Freunde traditionellem Metalls.

Speed-/Thrash Ambitionen lässt man auf „Heads Spikes Walls“ erkennen. Schnell, schneller...Raserei. Wo nimmt Peck nur die Luft her, für diese Fülle an high screams ? Diabolischer Refrain verleiht zudem eine düstere Note. Ein bassorientiertes Break sorgt für eine kurze Pause, bevor das Ganze im Eiltempo endet.

Im Abschluß-Song „Wraiths on the Wind“ gibt man sich nochmals bewußt traditionell. Midtempo Heavy Metal mit dem Fokus auf einen eingängigen Refrain. Erinnert mich ein bisschen an TT Quick's Klassiker Metal of Honor. Einfach gehaltener, blanker Stahl, geschmiedet von erstklassigen Musikern in Verbindung mit einem außergewöhnlichen Sänger.

Man spricht bei Death Dealer bewußt von einer vollwertigen Band und nicht von einem Projekt. Ob dem so ist, sei dahingestellt. Die Zeit wird zeigen, ob man die Band auch auf Tour sieht und weitere Alben folgen.

Mit „War Master“ ist der Band aber ein wirklich großartiges Metal-Brett gelungen, welches keine Wünsche offen lässt, wenn man seinen Metal mit viel Power und stahlhart mag. Sean Peck ist endgültig in die Riege der Top-Shouter der Szene aufgestiegen. Die Nähe zu Halford in seiner besten Zeit ist nach wie vor unverkennbar, aber Peck hat durch seinen Abwechslungsreichtum noch viel mehr zu bieten. Die musikalische Unterstützung ist allererster Sahne, musste man von solch großartigen Musikern allerdings auch erwarten. Natürlich hört man auch durchaus bekannte Zitate anderer Bands auf diesem Album, aber dies tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Und dieser ist sehr gut !!

Punkte: 8,5 / 10

Review by Kerbinator

 

 

 

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