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EXORCISM - I Am God

Irgendwie war ich zuerst einmal etwas düpiert. Hat man gerade erst das Debut von Raven Lord verdaut, welches durchaus zu gefallen weiß, kommt fast die gesamte Mannschaft, inkl. Mainman Csaba Zvekan, mit einer neuen Truppe daher. Diese nennt sich Exorcism und geht mehr in die doomige Metalrichtung, zumindest wenn man dem Infoblatt glauben darf.

Ein erstes Album ist auch bereits erschienen. „I am God“ nennt sich der Dreher, und was im ersten Moment an Selbstüberschätzung denken lässt, passt doch zum Albumkonzept und das schlichte, aber ausdrucksstarke Artwork, sowie das Bandlogo lassen tatsächlich düsterere Prognosen zu, als noch mit den bereits erwähnten Raven Lord.

Mit starken Anleihen an Black Sabbath der Tony Martin Phase startet das Album mit „End of Days“. Der Song groovt wie Sau und Csaba brilliert mit rauhen, etwas DIO-orienierten Vocals.

Joe Stump ist ein hervorragender Gitarrist, das wissen wir, reicht aber natürlich nicht an einen Iommi ran. Trotzdem weiß man auf Anhieb zu gefallen, lediglich die zum Ende hin hohen Screams wirken etwas dünn.

Um zwei Zacken düsterer schlägt der Titelsong „I am God“ auf. Hier wird eher die Sabbath-Frühphase zitiert und auch Reminiszensen an die Heaven and Hell Zeit sind vorhanden. Schwerer Sound der da aus den Boxen wabert, düster erhaben und mit überraschendem Zwischenpart, welcher durch gespenstige Soundsamples aufgepeppt wird.

Deutlich schneller, weniger Sabbath-lastig und moderner ertönt „Voodoo Jesus“. Relativ einfaches Heavy Riffing gepaart mit einem etwas chaotisch anmutenden Gitarrensolo fallen doch etwas aus dem zuvor gehörten Rahmen.

Der Gesang bei „Last Rock'n Roll“ erinnert dann doch wieder sehr an Ronnie James Dio. Der Song an sich ist purer Heavy Metal, eher im Bereich der Dio Soloalben angesiedelt, obwohl der ein oder andere Iommi, gerade zum Schluß hin, durchscheint.

Im Prinzip zieht sich das Gehörte auch durch den Rest des Albums. „Exorcism“ wartet mit einem „Fairies wear Boots“-Gedächtnisriff auf, die Vocals dagegen in der Schnittmenge eines Tony Martin. „Higher“ zeigt eine rock'n rolligere Seite und geht in straighten 3 Minuten durchs Land, „Straight in Hell“ bringt poppigere Elemente ein, was sich in den Keyboards und dem Refrain bemerkbar macht. Und der Abschluss-Song „Zero G“ brilliert nochmals mit Tempo und verschleppten Iommi-Riffs. Der mehrstimmige Refrain dagegen wirkt ungewöhnlich harmonisch.

 

Tracklist:

  1. End of Days
  2. I Am God
  3. Voodoo Jesus
  4. Last Rock' n Roll
  5. Master of Evil
  6. Exorcism
  7. Higher
  8. Stay in Hell
  9. Fade the Day
  10. Zero G

Release Date:  25 April 2014

Label:  GoldenCore Records / ZYX Music


Punkte:  7,5 / 10

Review by Kerbinator


Website: 

http://www.exorcism13.com/


 

Exorcism haben ihre Black Sabbath Lektionen gelernt. Teilweise bewegen sich Gesang und Musik äußerst nah an allen Phasen der Legende, deren mit Ian Gillan vielleicht mal ausgenommen.

Wer der Band hier reines Abkupfern vorwirft, tut ihr allerdings Unrecht, denn das Ganze wird wirklich kompetent und auch mit einigen eigenen Komponenten vorgetragen. Das Zuhören macht erheblich viel Spaß und blendet man die Vergleiche mit Sabbath unvoreingenommen aus, hat man es mit einem richtig starken Album zu tun.

Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Raven Lord, Exorcism....was kommt als Nächstes ? Worauf wird zukünftig der Focus gelegt ? - Oder haben wir es lediglich mit einmaligen Projekten zu tun.

Es bleibt also spannend und vielleicht bringt ein eventuelles Interview ja mal Licht ins Dunkel.

Nichtsdestotrotz – Sabbath und Doom-Jünger: Reinhören !!

 


 

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