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FRAIL GROUNDS - The Fields of Trauma

Eine interessante Band aus Norwegen erscheint auf der Bildfläche. Namentlich: Frail Grounds.

„The Fields of Trauma“ nennt sich deren Erstling und ist sogleich mal ein Konzeptalbum geworden.

Und was für eins....Man kann mir ja immer viel erzählen, Bandinfos und Labelflyer versprechen immer Verheißungsvolles und das Endprodukt hält eben vieles nicht. Auch bei Frail Grounds könnte man aufgrund des ersten optischen Eindrucks (das Albumcover ist nicht so sonderlich gelungen) auf ein weiteres Stückwerk musikalischer Unzulänglichkeiten vermuten. Aber was dann folgt, hat mich sprichwörtlich „umgehauen“.

Das horror-basierende Konzept dreht sich im Großen und Ganzen um eine arktische Expedition mit verheerenden Folgen. Gut, kann man machen. Wichtiger ist aber der musikalische Inhalt und der ist an Spannung kaum zu überbieten. Ein Progressive Metal Album der höchsten Qualität, mit leichten Abstrichen beim Gesang.

Die Reise beginnt mit dem „Prologue: Arrival“. Ein trauriges Violin Thema in Verbindung mit Helikopter Geräuschen, welche die Ankunft am Zielort verkünden. Beim folgenden „The Expedition“ wird man erst einmal durch den gegrowlten Gesang erschüttert. Aber dies ändert sich alsbald und der durchaus harmonische Cleangesang von Morten Andre übernimmt das Zepter. Zwar wechselt man immer mal wieder kurz in Growls, aber dies dient lediglich dem Unterstreichen des Dramas (oder inhaltlichen Traumas). Musikalisch baut man mit verblüffender Leichtigkeit einen Spannungsbogen auf. Schnellere Gitarrenläufe treiben die Story voran, dann wird der Song wieder von ruhigen Violinen unterbrochen, aber die Dramatik wird durch erneute Rasanz und tolle Gitarrensoli weitergestrickt. Vielleicht hier und da mal ein Lick zu viel, aber dieser 8-Minüter vereint alles, was ein spannender, abwechslungsreicher ProgMetal Song braucht. Klasse !!

„Freeze Me“ startet äußerst bombastisch, aber keineswegs kitischig. Von Pianoklängen im Hintergrund begleitet entwickelt sich ein wunderschöner, mit tollem Refrain versehener Song, bei dem Morten durch seine einfühlsame Stimme glänzen kann. Immer wieder überrascht man mit kleinen Zwischenspielchen, so wie hier durch ein tolles (irgendwie bekanntes ) Gitarrenbreak, oder auch durch dunkle Erzählstimmen im Hintergrund.

Eine elegische Gitarrenmelodie eröffnet „A Rura Trauma“. Im Refrain wird deutlich, daß es sich hier um den Titelsong handelt. Stakkato-Riffing in bester Dream Theater Manier welches von hintergründigen, verträumten Keyboard-Sprenklern unterstützt wird, bildet das Fundament dieses Monumentes zwischen Schönheit und Tragik. Von Song zu Song merkt man, wie gut die Stimme von Morten, die anfangs etwas gewöhnungsbedürftig erschien, zur Musik passt. An manchen Stellen verspürt man eine meterdicke Gänsehaut, ob der genialen Stimmungsschwankungen und erhabenen Melodien. Und dies ist nicht zuletzt auch der Verdienst des Gesangs. Ohne Witz – dieser Song gehört in die Top 10 der besten ProgMetal Songs ever !!

Richtig straight geht es dagegen weiter mit „The Sinister Road“. Gute Riffs, gute Hooks, erzählerisch leichtfüßig mit erneut tollen Melodien. Lediglich die etwas getriggerten Drums erhalten Abzüge in der B-Note. Der Song mutiert, je länger er andauert, zu einem heftigen Biest, mit teils fiesen Vocals.

Das düstere „Triptych“ versprüht sibirische Kälte und wirkt unaufgeregt, fast wie die Ruhe vor dem Sturm. Bis auf einen kurzen Gesangspart ein rein instrumentaler Song.

 

Tracklist:

  1. Prologue: Arrival
  2. The Expedition
  3. Freeze Me
  4. A Rural Trauma
  5. The Sinister Road
  6. Triptych
  7. Origin
  8. Deathlines
  9. Siberian Nights
  10. Emberstorm
  11. Epilogue: Completion

Release Date:  03 March 2014

Label:  Hostile Media


Punkte:  9 / 10

Review by Kerbinator


Website: 

http://www.frailgrounds.com/


 

...und der Sturm folgt mit „Origin“. Schnelle, fast schon blackmetal-artige Abfahrten begegnen ruhigeren Passagen. Ein erneuter Dialog zwischen Gut und Böse. Nach einem hübschen Gitarrensolo geht der Song in Chaos über, erzeugt von zahlreichen Breaks.

„Deathlines“ punktet mit erneut wunderschönen Melodien, progressiv metallischen Songstrukturen und prägnantem Gesang. Morten leidet sich förmlich durch den Song, erinnert mich hier etwas an die Progressive-Band Grey Lady Down, falls die jemand kennen sollte.

Das atmosphärische Instrumental „Siberian Nights“ bereitet auf das letzte Albumhighlight vor. „Emberstorm“ bringt das Schaffen von Frail Grounds nochmals auf den Punkt. ProgMetal allerhöchster Güte. Mit schnellen Schritten bewegt man sich zum Ende der Geschichte hin. Harte Gitarren, Cleangesang, Growls, Emotionen. Der Song vereint nochmals alle Facetten dieses beeindruckenden Albums. Zum Schluß bleibt nichts als sibirische Kälte.

Wie es sich gehört, klingt ein solches Konzeptalbum mit einem sog. Epilog aus. Akkustische Impressionen mit balladeskem Gesang. Punkt, Aus, Schluß....

Frail Grounds gelingt es ihr musikalisches Können in eine thematisch anspruchsvolle Konzeptgeschichte zu verpacken. Das Album klingt zu keiner Zeit langweilig oder überinspiriert. Die Band beweist songwriterische Größe, die ich so niemal erwartet hätte. Jeder einzelne Musiker ist ein Kenner seines Fachs und auch der Gesang, welcher sich ab und an zur Story passend, mit Growls abwechselt, kann voll und ganz überzeugen, auch wenn am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig.

Selten habe ich in letzter Zeit ein Album einer mir bis dato unbekannten Band erlebt, welches mich dermaßen überzeugen und fesseln konnte. Denn....der Spannungsbogen wird zu jeder Zeit enorm hoch gehalten und zusammen mit dem musikalischen Können ergibt dies eine perfekt Einheit, sprich ein nahezu perfektes Album.

 


 

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