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AXEL RUDI PELL - Into the Storm

Ja, ich gebe es von vornherein unumwunden zu. Ich bin Axel Rudi Pell Fan. Einer von der amtlichen Sorte. Und jemanden wie mich das neue ARP Album besprechen zu lassen, grenzt daher schon fast an Voreingenommenheit. Doch ich kann den geneigten Leser dieser Review beruhigen. Jeder, der dieses neue Werk des Bochumer Saitenhexers hört, wird zugeben müssen, daß hier eines der stärksten Alben von Axel Rudi Pell vorliegt. Und das aus guten Gründen, die ich im Verlauf der Rezension belegen werde.

Zunächst wird der Hörer, wie meist bei ARP, mit einem instrumentalen Intro in das Opus eingeführt. Diesmal sind die Keyboards von Ferdy Doernberg tonangebend, bevor die gesamte Band in "Tower Of Lies" gewohnt riffig den Reigen bunter Melodien anschiebt. Auch mit "Long Way To Go" kann sich der geneigte ARP Fan sofort identifizieren, bleibt die Band sich mit diesen Stücken doch treu. Doch spätestens mit "Burning Chains" wird jeden klar, daß die personelle Veränderung, die der Meister im Sommer 2013 vornehmen mußte, sich auch im Sound der Gruppe niedergeschlagen hat. Pell tauschte den Drummer der Band aus, holte den früheren Rainbow Schlagzeuger Bobby Rondinelli in die Band, der fortan Mike Terrana ersetzt, welcher durch seine vielschichtigen Engagements mit anderen Formationen weder für die Studioaufnahmen, noch für die zweigeteilte Tour 2014 zur Verfügung gestanden hätte.

Rondinelli gibt durch sein Schlagzeugspiel der Band weitaus mehr Möglichkeiten, sich zu entfalten. Er baut eine Rhythmus Gerüst auf, welches sich deutlich von Terrana's immer-nach-vorne-Takt abhebt. Dadurch kommt auch die Bass Arbeit seines Rhythmus Kollegen Volker Krawczak mehr zur Geltung. Besonders deutlich wird dies in der ersten Ballade von ITS, "When Truth Hurts". Geleitet von Johnny Gioeli's kraftvollem Organ segelt die Mannschaft um Käpt'n Pell auch durch die ruhigeren Gewässer, ohne ins Seichte abzudriften. Schon jetzt ein Kandidat für die fünfte "The Ballads" Kompilation des Axel Rudi Pell, die sicherlich in einigen Jahren anstehen wird.

Mit "Changing Times" steht als nächstes wieder eine Up Tempo Nummer an, wie sie der Band bestens zu Gesicht steht. Und auch hier erkennt der aufmerksame Hörer den Unterschied in Bobby Rondinelli's Drumming im Gegensatz zu seinem Vorgänger.

"Touching Heaven" startet mit einem balladesken Intro, etabliert sich letztlich aber im Mid Tempo Bereich und lebt vor allem von seinem eingängigen Refrain (prima beim Mitsingen im Konzert) und Ferdy's unaufdringlichem, aber stets presentem Keyboard Spiel. Daß in dieser über sieben minütigen Nummer auch der Maestro mit seiner Gitarren Arbeit nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst.

Nachdem mit "High Above" einer der wenigen Songs mit weniger als fünf Minuten Spielzeit abgehandelt ist, wagt sich Axel Rudi Pell in "Hey Hey, My My" an eine Fremdkomposition. Niemand geringerer als der kanadische Singer / Songwriter Neil Young wird hier gecovert. Und wieder versteht es der Fünfer, einem Song aus frmder Feder soviel eigenes Leben einzuhauchen, daß sich dem Musikkenner unweigerlich die Frage stellt, ob hier das Cover besser ist als das Original. Erwähnenswert dabei auch das gefühlvolle Geigen Spiel von Leonor Bloch, die auch in drei weiteren Stücken zum Einsatz kommt.

 

Tracklist:

  1. The Inquisitorial Procedure
  2. Tower of Lies
  3. Long Way to Go
  4. Burning Chains
  5. When Truth Hurts
  6. Changing Times
  7. Touching Heaven
  8. High Above
  9. Hey Hey My My (Neil Young Cover)
  10. Into the Storm
  11. White Cats (Bonus Track)
  12. Way to Mandalay (Bonus Track)

Release Date:  20 January 2014

Label:  Steamhammer / SPV


Punkte:  10 / 10

Review by MC Lucius


Website: 

http://www.axel-rudi-pell.de/


 

Mit dem 10 Minuten Opus "Into The Storm" findet das reguläre Album schließlich seinen Abschluß. Indisch - orientalische Klänge mischen sich dem mytisch angelegten Intro unter, bevor Johnny Gioeli mit seinem Gesang und Axel Rudi Pell mit seiner Gitarre das Geisterschiff auf Kurs durch die stürmische See bringen. Auch hier begeistert mich der neue Trommler Bobby Rondinelli mit seinem auf den Punkt gebrachten Drumming.

Der Limited Edition hängen nun noch zwei Bonus Tracks an. Zum einen ein Instrumental mit teilweise für Pell Verhältnisse überraschenden Licks und zum anderen ein weiteres Cover. "Way To Mandalay" stammt von niemand Anderem als Pell's großem Idol Ritchie Blackmore, welches jener gemeinsam mit seiner Muse und Frau Candice Night für Blackmore's Night schrieb. Mitunter erreicht ARP sogar dieses Mittelalter / Renessaince Flair, welches für Blackmore's Night so charakteristisch ist. Ein gelungener Versuch in meinen Ohren.

Into The Storm erhält von mir die volle Punktzahl, weil es durchaus Neues zu entdecken gibt und an der Produktion (neben Axel Rudi saß der bewährte Charlie Bauerfeind an den Reglern) gibt es wie gehabt eh nichts zu mäkeln. Und diese Bewertung hat nun nichts damit zu tun, daß ich seit Jahren ARP Fan durch und durch bin. Auch ein weniger voreingenommener Rezensent würde hier eine hohe Punktzahl vergeben, was in einschlägigen magazinen und Websites ja auch bereits geschehen ist.

 


 

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