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LEAVES EYES' - Symphonies of the Night

Mit "Symphonies of the Night" legt das deutsch - norwegische Gothic / Symphonic Metal Schlachtschiff Leaves Eyes sein fünftes Full Length Album seit seiner Gründung 2003 vor. Und diesesmal kommen ihre epischen Hymnen mit einem deutlichen Plus an Härte und Bombast um die Ecke. Wie Sängerin Liv Kristine bestätigt, sei dies ein "völlig natürlicher Prozess, denn wir wollten endlich einfach richtig losrocken."

Das gelingt ihr und ihrer formidablen Truppe auf "Symphonies of the Night" über das gesamte Album hinweg. Schon der vorab als Appetizer veröffentlichte und im Sommer auf Festivals bereits live erprobte Opener "Hell to the Heavens" macht unmißverständlich klar, wohin die Reise geht. Neben Liv Kristine's über allem thronenden Sopran setzt ihr Ehemann Alex Krull mit seinen Gothic typischen Growls entsprechende Highlights. 

Als ich das Album auf einer nächtlichen Autofahrt durch dunkle Wälder zum ersten Mal hörte, brannte sich fast jeder Titel augenblicklich in meinem Gehörgang fest. Fast darum, weil mir das zweite Stück des Longplayers, "Fading Earth" zunächst etwas abzufallen schien. Ein Eindruck, der sich nach mehrmaligem Hören ad absurdum führen ließ, denn der Song lebt nicht zuletzt von seinen raffinierten Gitarrenläufen.   

Bei "Maid of Lorraine" stellen sich die ersten Folk Elemente des Albums ein. Die Wechsel zwischen dem feinsinnigen Gesang der Norwegerin und Alex' Growls sind excellent aufeinander abgestimmt und lassen den Track in Verbindung mit dem treibenden Rhythmus zu einer akustischen Orgie erster Güte aus den Boxen donnern.

 
Doch wer nun glaubt, Leaves' Eyes hätten damit ihr Pulver verschossen liegt komplett falsch. Auch das nächste Lied, "Galswintha" startet folkig und steigert sich alsbald zu einer Hymne, die das Zeug zu einem echten Live Kracher hat.

Heldinnen aus der Sagenwelt oder dem Mittelalter ziehen sich als Thematik wie ein roter Faden durch die neuen Songs. Auch der Titelsong "Symphony of the Night" folgt diesem Konzept, dem Liv Kristine mit viel Tiefgang und Poesie Leben einhaucht. Die Dramatik nicht nur dieses Tracks wird vom wohl dosiert eingesetzten Orchester perfekt untermalt.

Das getragene und mit keltischen Pipes aufgepeppte "Saint Cecilia" könnte ebensogut aus der Feder eines Tuomas Holopainen stammen. Und der ist sicherlich nicht die schlechteste Referenz für synphonischen, epischen Metal.

Glaubt der geneigte Hörer, der verhaltene, textlich in norwegisch gehaltene, Beginn von "Hymn to the lone Sands" sei ein Indiz dafür, daß der Band Mitte des Albums plötzlich die Power ausgeht, wird von den urplötzlich einsetzenden zupackenden Riffs von Sander van der Meer mit einem Schlag wieder in die Realität geholt. Ungewöhnlich auch das Gitarrensolo, welches ich eher im Set einer Power Metal Band verorten würde. Eine gelungene Überraschung.

 

 

Tracklist:

  1. Hell to the Heavens
  2. Fading Earth
  3. Maid of Lorraine
  4. Galswintha
  5. Symphony of the Night
  6. Saint Cecelia
  7. Hymn to the Lone Sands
  8. Angel and the Ghost
  9. Eleonore de Provence
  10. Nightshade
  11. Ophelia
  12. Eileen's Ardency (ft. Carmen Elise Espenæs of Midnattsol and Savn)
  13. One Caress (Depeche Mode Cover)

Release Date:  15 November 2013

Label:  Napalm Records


Punkte:  10 / 10

Review by MC Lucius


 

"Angel and the Ghost" scheint mir der kommerziellste Track des Albums zu sein, dem Ich ohne die Growls sogar Chartchancen einräumen würde. Doch davor schreckt das deutsche Mainstream Radio ja zurück.

Mit viel Drive wird die Geschichte von "Eleonore de Provence" erzählt, ein weiteres Meisterwerk der Produktion, die den einzelnen Werken ihre Ecken und Kanten läßt, ihnen jedoch auch den passenden Feinschliff verordnet, um Band und Musik in ihrem Fluß nicht zu beschneiden.

Bei "Nightshade" fahren Leaves' Eyes das Tempo noch einmal ein wenig zurück, um mit "Ophelia" einen Rausschmeißer zu präsentieren, der alle Trademarks der Band und ganz besonders dieses Albums, noch einmal auf höchstem Level vereint und den Hörer begeistert - fasziniert zurück läßt.

Doch dieser hat ja die Möglichkeit, sich die Symphonien der Nacht gleich noch einmal durch die Gehörgänge zu jagen. Keine Frage: Leaves' Eyes haben mit diesem Opus ihr bisheriges Meisterwerk abgeliefert. Schwächen sind auch nach tagelangem, mehrmaligem durchhören nicht auszumachen. Ein wahrer Meilenstein im Schaffen von Leaves' Eyes.

 


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