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MYLAND - Tales from the Inner Planet

 

Tracklist:

1. Wave of Memories

2. In the Rising Sun

3. Feel the Fire

4. She's Gonna Run Away

5. Hold On

6. Rising Up Again

7. Heart and Soul

8. The Last Mile

9. The Warfare is Over

10. Out of the Shadows

11. Rock me, Shake me

12. Bad Love Addiction

13. All for One

14. If  You Could Say the Same

 

Release Date:  01.06.2013 - self released

 

„Tales from the Inner Planet“ ist bereits das vierte Album der italienischen Melodic Rock Formation Myland. Mit neuem Sänger, Ruben Sacco, an Bord unternimmt man den nächsten Versuch, auch außerhalb Mailand's, ähm...Italien's einen Fuß oder besser gleich beide in die Tür zu bekommen.

Soweit ich informiert bin, veröffentlicht die Band nach diversen Label Wechseln diesmal das Album in Eigenregie. Ob dies den Erfolgschancen dienlich ist, wird die Zeit zeigen....

Sehr Keyboard - /Synthie-lastig wird das Album mit „Wave of Memories“ eröffnet. Und sogleich schwelgt man in Erinnerungen an all die Melodic Rock, AOR Helden der Vergangenheit. Gutklassiger, recht hoher Gesang von Ruben Sacco, oftmals mehrstimmig interpretiert. Wie es sein sollte, liegt das Hauptaugenmerk auf Eingängigkeit und Refrain. Sehr frauenfreundliche Musik würde ich behaupten. Ein Song, wie er auch von Gotthard und Konsorten stammen könnte. Routinierte, melodische Instrumentierung macht die Zielgruppe glücklich.

„In the Rising Sun“ hingegen läßt Vergleiche zu den Hairspray-Bands der 80er zu. Warrant, Poison und Co lassen grüßen. Sehr glatt produziert zeigt man, wo die Band hin will....in den AOR Olymp. Eine gewisse Cheesiness ist aber definitiv nicht zu verleugnen. Zwar versucht man einen rockigeren Aufbau des Songs, aber der Refrain ist das Kernstück einen jeden Melodic Rock Songs. Hier gibt es nichts zu meckern und auch ein feines Gitarrensolo, recht kurz zwar, aber immerhin, kann den geneigten Zuhörer erfreuen.

Recht rhythmisches Zusammenspiel von Keyboard und Gitarre bildet das Eingangsfundament von „Feel the Fire“. Die Stimme von Ruben, mit hohen Einlagen und teilweise rockigem, rauhen Vibe kann durchaus überzeugen, musikalisch verläßt man allerdings das sichere Fahrwasser der vorangegangenen Songs nicht. Schöne, teilweise verzaubernde Melodien gemixt mit mehrstimmigen Harmonien, immer irgendwie am Rande des Kitsches, aber durch Abwechslung immer gerade noch die Kurve kriegend.

Rockiger geht es zu in „She's gonna run away“. Der Song hat sogar etwas Cinderella – Touch, ohne Tom Keifer natürlich. Beste Lagerfeuer-Hardrock Unterhaltung. Giant und erneut Warrant kann man hier bedenkenlos als Einfluß anführen. Gute Qualität, sicheres Songwriting, fernab zu hoher Albernheit. Musik, welche die Leichtigkeit des Sommers einfängt.

Computerisierte Soundeffekte starten „Hold On“ und bleiben auch sonst hintergründig aktiv. Sehr keyboard-/synthielastiges Stück und somit in Sphären zu Hause, in denen Survivor schon in den 80ern punkten konnten. Verspielter, leicht progressiv angehauchter Seelenschmeichler.

Etwas schneller geht es voran mit „Rising Up Again“. Aufstehen ist also angesagt. Leider wird sogleich wieder etwas die Handbremse angezogen, so daß der Titel nur bedingt als Aufwecker taugt. Dafür ist der mehrstimmige Part als Vorbereitung des nettes Refrains um so schöner. Alles in allem ein Lied, daß gut nach vorne losgeht und dessen Vokalarbeit bisher die beste ist. AOR, wie er sein muß.

„Heart and Soul“, wie der Name schon erahnen läßt, swingt balladesk und leichtfüßig durch die Gegend. Für Spaziergänge mit der Liebsten am Strand bestens geeignet, kann man sich mit diesem Song sicherlich hervorragend an selbigen setzen und den Sonnenuntergang abwarten. Ach ja, Herz was willst du mehr. Ein fast schon Neo-Prog-artiges Keyboardsolo überrascht hier schon fast, passt aber gut zur Allgemeinstimmung.

Auf zur letzten Meile. „The Last Mile“ holt uns mit aus der stimmungsvollen Lethargie mit ordentlich Speed zurück. Ruben klingt schon fast wie Johnny Gioeli von Axel Rudi Pell, der Song nimmt durch seine Geschwindigkeit auch durchaus Formen etwaiger Pell Stücke an. Auch meine ich, bedingt durch diverse Keyboard-Bögen ältere Domain zu erahnen. Gutes Stück !!

Und es bleibt etwas härter. „The Warfare is Over“ bringt bereits Bekanntes. Typischer Refrain, keyboardgeschwängerter Songaufbau, routinierte Gitarrenarbeit. Nix Neues, nix Besonderes, aber auch keineswegs schlecht. Vielleicht hätte man dem Song eine Spur mehr Schmackes einverleiben können. Interessant ist der eingesprenkelte Part mit, so meine ich, italienischen spoken words. Witzig !

Was kommt jetzt ? Afrika, Dschungel, Voodoo ? So könnte man zu Beginn von „Out of the Shadows“ durchaus meinen. Aber dies reduziert sich lediglich auf den Eingangspart. Der Rest ist ordentliches AOR Melodic Futter, mit einem Refrain, den man allerdings meint schon mal irgendwo gehört zu haben. Aber diese ist ja meistens so, bei neuen Songs dieses Genres. Kein Vorwurf also... Des Hard Rock's schöne Seite....

Achtung !! Jetzt wird gerockt !! „Rock me, Shake me“ so der Titel...und bei einem solchen muß natürlich die Rock'n Roll Post abgehen. Knarzige Gitarrenarbeit somit und wiederum im Hairspray Bereich der US 80er orientiert verteilt der Song Remminiszensen an die damalige Rücksitzbank meines Cadillacs Zeit. Glatt geschliffener Rock'n Roller, irgendwie weder Fisch noch Fleisch. Vielleicht hätte man hier einfach mal die Keyboards weglassen können...na ja.

„Bad Love Addiction“ startet wie Van Halen in deren Sammy Hagar Phase. Cooles Gitarrenriff, pumpende Drums, erhabene Keyboards. Ein wahrhafter Smasher im Stile von, wie gesagt gemäßigteren Van Halen oder auch Def Leppard.

Mit hervorragenden Gesangsharmonien und einem tollen Refrain gesegnet ist das folgende „All for One“. Wunderschöne Arrangements, zum Mitsingen einladend. Mit über 6 Minuten bietet man den Musikern aber trotzdem genügend Platz zur Entfaltung musikalischer Schönheiten. Der Traum eines jeden Rocker's Frau. Aber durchaus auch ansprechend für die Herren, meine Herren.

Beschwingt klingt das Album mit „If you could say the same“ aus. Zuckersüße Gesangslinien, fröhliche, sommerlich musikalische Atmosphäre. Kein Leid der Welt soll uns etwas anhaben. Zum Ende hin nimmt der Song schon fast hymnenhaften Charakter an, was ihm wiederum die Berechtigung erteilt, ans Ende des Albums gestellt zu werden. Man sollt aber nicht unbedingt diesen Song zuerst hören und als Gratmesser für die Musik von Myland zugrunde legen. Zu cheesy kommt dieser Abschlußsong im Endeffekt rüber.

Alles in Allem können Myland mit ihrem neuen Album durchaus bei der Zielgruppe von Fans des hochmelodischen Rocks und leichteren AOR's punkten. Qualitativ gibt’s nichts zu meckern und auch der Gesang ist über jeden Zweifel erhaben. Natürlich wird man seine Anhänger auch durchaus im weiblichen Bereich finden, die Band aber darauf zu reduzieren, wäre falsch.

Und falsch mach Myland,bis auf manch eher langweiligen Song, nicht viel. Eventuell ist das Album etwas zu lang geraten. Aber Qualitätseinbußen sind nicht sonderlich auszumachen.

Ein Album für den Sommer, ein Album für Leute, die nicht nur grimmig und pessimistisch durch die Weltgeschichte laufen. Ein Album, welches einem durchaus Spaß machen kann. Und für zwischenmenschliche Tätigkeiten ist das Album durchaus ebenfalls geeignet.....

 

Punkte: 7 / 10

Review by Kerbinator

 

 

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