The Metal Webzine from BAVARIA !!

 

 

         

NOW OR NEVER - Now Or Never

Jetzt oder nie...die Band hat sich ziemlich zielstrebig benannt. Now Or Never könnte man vorsichtig als All Star Band bezeichnen, befinden sich doch mit Ricky Marx und Ken Jackson zwei ehemalige Pretty Maids Musiker und mit Jo Amore der Sänger der französischen Nightmare im Line Up.

Das selbstbetitelte Debut liegt vor und will uns erst einmal mit einem fantasymäßigen, klischeehaften Albumartwork schocken.....

Doch bereits mit dem Eröffnungsstück „Reach for the Sky“ darf ich, zum Glück, meine Vorahnung revidieren. Es wummert mit ungemeiner Power aus den Boxen. Klasse Riffs und ein Jo Amore, der eine ziemliche Dio-Schlagseite aufweist. Harmonien sind vorhanden, werden aber äüßerst hart dargeboten. Keyboards ergänzen den Song im Hintergrund, nerven somit nicht. Hübscher Smasher !!

Eine Prise Endzeitstimmung, erzeugt durch eingestreute Sound Samples im Hintergrund versprüht der Titelsong. Harte Basis, stimmig geshouteter Refrain. Etwas schräg das Ganze, aber dadurch auch nicht an Power Metal Klischees anbiedernd. Rasante Metal Abfahrt. Besser jetzt, als nie.

Mystisch balladesk beginnt der „Wind of Freedom“ zu blasen, entwickelt sich aber schnell zu einem schneidigen Hard Rocker mit sehr melodischem Refrain. Lediglich die immer wieder von der Band implantierten Computerschnipsel hätte man zurückfahren können, um dem Song noch mehr Tiefe zu verleihen. Trotzdem ein angenehmer Ohrwurm in schöner, tja...Pretty Maids Tradition.

Mit „Brothers“ übertreibt man es dann endgültig mit verzerrten Sounds und Vocals. Somit erreicht man eine leidliche Modern Metal Atmosphäre, die aber so gar nicht zum bisher gezeigten passen mag. Für sich stehend vielleicht für den ein oder anderen modernen Menschen interessant, auf dem Album stehend für mich ein Totalausfall. Lediglich der tolle Gitarrenpart im letzten Drittel des Songs läßt aufhorchen.

„Hardened Steel“ und „Princess of Undiscovered Land“ führen glücklicherweise wieder zurück in die Spur und bieten Power pur. Zwar immer noch hier und dar werden die Gesangslinien verzerrt. Dies stört hier aber nicht wirklich und somit erfreuen uns Abgeh-Nummern des höheren Durchschnitts. Von Weltklasse etwas entfernt, aber besser als Vieles der letzten Zeit. Eine gewisse Grundaggressivität tut hier ihr Übriges.

Die obligatorische Ballade gibt’s dann mit „Angel By My Side“. Langsam beginnend steigert sich der Song in hymnenhafte Regionen. Nicht zu süß und kitschig, aber wie man es irgendwie vermuten und erwarten würde. Nicht schlecht, mehr aber nicht.

Viel Neues folgt danach nicht mehr. Coole Rocker („How do you Feel“) der Rotz'n Roll Bewegung wechseln sich ab mit schweren Riff Monstern („Dying for You“ - sehr gut !!) und sogar Witzigem („Who's in the Mirror“).

 

Tracklist:

  1. Reach our for the Sky
  2. Now Or Never
  3. Wind of Freedom
  4. Brothers
  5. Hardened Steel
  6. Princess of Undiscovered Land
  7. An Angel By My Side
  8. How do you Feel ?
  9. Dying for You
  10. Who's in the Mirror ?
  11. Something's Missing
  12. Weirdo Lullaby

Release Date:  15 November 2013

Label:  Mausoleum Records


Punkte:  7 / 10

Review by Kerbinator


Website: 

http://www.now-or-never.ch/


 

Rausgeschmissen wird man dann von einer weiteren Ballade. „Something's Missing“ wirkt erheblich trauriger und tragischer als „Angel By My Side“. Akkustik-Klampfe meets Gesang. Die tolle Stimme von Jo Amore kommt hier richtig zur Geltung. Trotz aller Herz-Schmerz-Eigenschaften und Weinerlichkeit eine tolle Ballade, die jeden gestandenen Rocker zu Tränen rühren (kann).....und die Weiblichkeiten sowieso.

Abschließend gibt’s noch eine 40-sekündige Spieluhr-Sequenz („Weirdo Lullaby“), umrahmt von Fliegengewirr (?).

Die Musiker können spielen, keine Frage. Das Album beginnt auch bärenstark. Aber im Laufe der Songs verzettelt man sich zu sehr in einzelnen Fragmenten. Irgendwie habe ich den Eindruck, die Band wisse nicht so ganz genau, was für einen Stil sie eigentlich spielen will. Die modernen Anleihen tun der Musik von Now Or Never auf keinen Fall gut.

Hätte man die Linie der ersten drei Songs durchgezogen....man würde hier von einem sensationellen Debut sprechen.

So bleibt unterm Strich ein Album mit guten Songs, guten Musikern auf der einen Seite und verlorenen Ideen und ärgerlichen Samplen auf der anderen Seite. Viel Licht, aber leider auch etwas Schatten. Trotzdem empfehlenswert, als Fans der oben genannten Bands und des gepflegten Metalls mal in das Album reinzuhören. Höhere Weihen sind auf jeden Fall bei Now Or Never noch allemal drin !!

 


 

Share on Myspace
 
 
Top