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OBSESSION - Order of Chaos

 

Tracklist:

1. Order of Chaos

2. Twist of the Knife

3. Forbidden Desire

4. When the Smoke clears

5. License to Kill

6.  Wages of Sin

7. Cold Day in Hell

8. Act of God

9. Mercy Killing

10. Dark Shadows

 

Release Date:  03 October 2012 - Inner Wound Recordings

 

Spricht man im Metal Bereich von der Band Obsession, reduziert man diese meist auf deren Kult-EP von 1984 namens „Marshall Law“. Das weitere Schaffenswerk der Band um Mike Vescera in den 80ern und in den 2000er Jahren wird leicht übersehen oder gar bisweilen ignoriert.

Im allgemeinen, neuerlichen US Power Metal Boom schmeißen uns Bandkopf Mike und seine Mannen selbstverständlich auch ein weiteres Werk um die Ohren. „Order of Chaos“ heißt das gute Stück und soll den Spirit des Ursprungs einfangen ohne altbacken zu wirken.

Dann schauen bzw. hören wir uns das Ganze einfach mal an....

Sehr druckvoll wird mit dem Titeltrack losgelegt. Midtempo bis Uptempo mit hymnenhaftem Refrain. Alles unterlegt von der markanten Stimme Mike Vesceras, der in typischer 80er US Metal Weise durch den Song sirent. Kompaktes und kompetentes Gitarrenspiel von John Bruno und Scott Borland. Der Song erzeugt eine ungeheuere Power vom ersten bis zum letzten Ton. Souveräne Leistung !

Ähnliches gibt es für „Twist of the Knife“ zu vermelden. US Metal, wie wir ihn kennen und mögen. Vescera versteht es, eingängige Songs zu schreiben, deren Refrains extrem gut ins Ohr gehen, aber mit ordentlichem Härtegrad versehen sind. Die Stimme des Mainman hat über die Jahre nicht gelitten und auch die durchgehend höhere Stimmlage scheint noch kein wirkliches Problem darzustellen. Ein Song, wie er so auch locker auf den Lizzy Borden Klassiker Alben stehen könnte.

„Forbidden Desire“ dröhnt extrem schwer und heavy aus den Boxen. Wundervolles Riffing, welches Mikes tolles Stimmorgan noch besser zur Geltung bringt. Ein bisschen klingt der Song nach Malice zu In the Beginning....-Zeiten. Diese wurden damals als die neuen Judas Priest gefeiert. Somit kann man sagen, daß dieser Song auch etwaige Tendenzen zu den britischen Helden verlauten lässt.

Nachdem der Rauch nun etwas verzogen ist, erklingen mit „When the Smoke Clears“ zu Beginn sanftere, akustische Töne. Ballade ? Nein – denn mit einminütiger Verspätung sind wir zurück in der Powermetal-Spur. Erneut hymnenhafter Refrain mehrstimmiger Art. Die Gitarrenläufe peitschen aber den Song permanent nach vorne. So richtig zum Verschnaufen scheinen wir also erst einmal nicht zu kommen.

Und eine weitere Brück zu Malice wird geschlagen mit.....“License to Kill“. So, Kenner werden es wissen, lautete das gleichnamige, zweite Album der US Truppe. Der Song besticht mit famoser Gitarrenarbeit und pulsierenden Drums und Basslinien geschmackvoll inszeniert von BJ Zampa und Chris McCarvill. Musikalisch könnte man das Werk mit Malice vergleichen, der Gesang geht aber andere Wege, nicht zuletzt auch mehrstimmige. Das Gitarrensolo zum Ende hin wirkt etwas neben der Spur, tut aber dem Gesamtbild keinen wirklichen Abbruch. Persönlich muss ich aber sagen, daß mir der Solo-Gesang Vesceras besser gefällt als mehrstimmige Gesangslinien.

Weiter geht’s mit „Wages of Sin“ und traditionellem Heavy Metal. Großspurig und dick aufgetragene Riffs. Der Refrain ist hier für meinen Geschmack etwas zu weichgespült, nimmt somit etwas von der Gesamt-Power. Recht einfach gestrickter Song, irgendwie weder Fisch noch Fleisch.

Klimatisch bedingt gibt es nun also auch einen „Cold Day in Hell“. Aber keine Sorge, erfrieren muss bei diesem Song niemand. Gutklassiger, nach vorne tretender Smasher. Endlich auch wieder mit einem solierenden Vescera und daher auch ein Song höherer Güte als die 2-3 zuvor.

Einige klassische Zitate, von den Gitarristen zelebriert, runden einen gelungenen Tag in kalter Hölle ab. Hab ich hier im Vorbeigehen Malmsteen gesehen ?

Feuer frei für den „Act of God“. Ein 3-minütiges Sperrfeuerwerk bester US Metal Kunst. Die Gitarrenläufe haben etwas von alten Metal Church Großtaten. Lediglich die vokale Vorbereitung zum Refrain wirkt zu hoch angesetzt und somit zu sehr gesäuselt. Schade, dies hätte der gnadenlose Rundumschlag werden können.

Traditionelles Riff eröffnet „Mercy Killing“. Toller Vescera-Gesang verleiht dem Song einen leichten epischen Touch. Er beweist in diesem Song erneut, welch begnadeter Metal-Shouter er auch heute immer noch ist. Manch eingestreute, sanftere Gesangslinien nehmen das Tempo etwas zurück, was aber gut ins Bild passt, da die Grundausrichtung eher im Midtempobereich liegt. Ein etwas zu verspieltes Gitarrensolo knickt allerdings die Epik zum Schluß hin nach innen. Hätte man nicht gebraucht.

Der letzte Song wirft seinen dunklen Schatten. Mit „Dark Shadows“ wird letztendlich nochmals US Metal der alten Malice Schule gelebt. Etwas konfuse Song-Strukturen nehmen dem Lied die Eingängigkeit. Der Auftrag zum Chaos wird also somit im allerletzten Song umgesetzt. Ohne echten Refrain fällt dieser somit zum Schluß aus dem Rahmen. Großartige Gitarrenarbeit gibt es dafür zu Hauf zu erleben und mystisch angehaucht geht es mit dem Album zu Ende.

Mit „Order of Chaos“ verdienen sich Obsession einige Pluspunkte im Rennen um den US Metal Revival Thron. Zwar wird es aufgrund mancher musikalischer Ungereimtheiten nicht zur Pole Position reichen, aber ein Startplatz im vorderen Feld ist allemal drin. Und daß dieser abschließend zum Ziel-Sieg führen kann, ist bekannt.

Das Album besticht neben der musikalischen Qualitäten durch eine erhebliche Reife. Man hört einfach heraus, daß hier Musikanten mit jahrzehntelanger Erfahrung am Werk sind. Mike Vescera, sollte, wie erwähnt, öfters zum Solo-Gesang neigen. Die mehrstimmigen Parts nehmen einem hier doch etwas das Hörerlebnis.

Sei's drum...die Veranstalter der einschlägigen True-Metal Festivals werden sich um Obsession, nicht zuletzt auch aufgrund des gelungenen, neuen Album bemühen. Keine schlechte Wahl, wenn man mich fragt.

 

Punkte: 7,5 / 10

Review by Kerbinator

 

 

 

 

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