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PROTECTOR - Reanimated Homunculus

Protector, die Death/Thrash Truppe aus Wolfsburg ist wieder da. Ehrlich gesagt, als ich in den 80ern Stücke der Band beispielsweise aus „Golem“ oder „Urm the Mad“ hörte, war ich definitiv noch nicht bereit für solche Musik. Es war in meinen Augen undefinierbarer Krach, das dachte ich allerdings auch über Horden wie Kreator, Sodom oder Destruction, welche zu diesem Zeitpunkt schon einigermaßen in der Szene etabliert waren.

Hier liegt auch der Knackpunkt, warum Protector nie die Aufmerksamkeit bekamen, wie die genannten Vorzeige-Thrasher. Man war einfach etwas zu spät dran.

Natürlich sind die alten Scheiben der Band längst Klassiker der deutschen Thrash-Szene, erfolgreich wurden sie allerdings nie.

Dies wird sich vermutlich auch nicht mit dem neuesten Werk ändern. „Reanimated Homunculus“ nennt sich das, ja..Reunion-Werk. Reanimiert kann man die Scheibe nennen, obwohl Martin Missy and The Protectors in den letzten Jahren den Spirit der Band live noch transportierten. Entgegen der früheren Behauptung von Missy, nie mehr Songs unter dem Banner Protector zu veröffentlichen, ist genau dies jetzt passiert. Meiner Meinung nach aber überhaupt nicht schlimm, denn alleine das alte Bandlogo auf einem neuen Release zu sehen, erwärmt einem das Metal Herz.

Sehr rasant steigt man mit „Sons of Kain“ ein. Schönes, brutales Geshredder, immer mal wieder durch technisch versierte Breaks aufgelockert und im Refrain auch mal mehrstimmig. Höllische, ungestüme Abfahrt vom Feinsten. Martin Missy schreit, gurgelt und spricht immer an der Grenze von Thrash zu Death. Im Text heißt es „....defenders of the metal domain“, jawoll !!

Langsam beginnend steigert sich „Deranged Nymphomania“ zu herrlich brutalem Geknüppel mit fiesen Growls und fast durchgehend durchgetrenem Gaspedal.

Egal, ob man Ferien in der Hölle machen will („Holidays in Hell“) oder lieber der Geburt einer Nation beiwohnt („Birth of a Nation“), es ist für jeden Freund brutaler, aggressiver Metalmusik etwas dabei. Von pfeilschnell, bis fast schon Midtempo Abfahrten, aber ohne jeglichen Anflug von Freundlichkeiten. Der Titelsong ist gar heavier als manches Thrash Metal Schwergewicht. Groovig, fast schon mitsingbar. Herrlich !!

Lustig wird’s, wenn neben all dem Geschepper auf einmal Wolfsgeheul ertönt, wie in „Lycopolis“. Man lässt sich immer wieder was Neues einfallen, auch wenn der zelebrierte Musikstil natürlich nicht sehr viel Spielraum für Experimente lässt. Aber, das erwartet man von Protector auch nicht.

So prügelt man sich sehr gehaltvoll durch das komplette Album, mal schneller, mal langsamer. Immer direkt in die Fresse, Kompromisse ausgeschlossen.

Erwähnt werden sollte noch das erneut schwerst groovende „Antiman“ und das fast schon punkige Schlusstück „Calle Brutal“.

 

 

    

  Tracklist:

  1. Sons of Kain
  2. Deranged Nymphomania
  3. Holiday in Hell
  4. Reanimated Homunculus
  5. Birth of a Nation
  6. Lycopolis
  7. Road Rage
  8. Antiman
  9. The End
  10. Calle Brutal

Release Date:  13 September 2013

Label:  High Roller Records


 

Punkte: 8 / 10

Review by Kerbinator


 

„Reanimated Homunculus“ ist eine echte Überraschung im Thrash Sektor. Aus dem (fast) Nichts sind Protector wieder da und schleudern uns eine Abrissbirne nach der anderen um die Ohren. Und....dies auch noch technisch äußerst sauber und stimmig intoniert. Das Timing stimmt immer und der Grat zwischen Thrash-/Deathmetal kann ein schmaler sein, wie man hier beweist.

Protector haftet nach wie vor eine gewisse Wild- u. Ungestümtheit wie früher an, aber technisch besser und erfahrener. Fern von Hochglanz-Thrashproduktionen fällt das Album positiv aus dem Rahmen und kann eigentlich keinen Freund des gepflegten Teutonen-Thrash enttäuschen.

Wenn man überhaupt Vergleiche ziehen kann, sehe ich die Band eher auf der Destruction-Seite, denn auf derjenigen von Kreator oder Sodom.

An die Großen des Genres wird man wahrscheinlich nicht aufschließen können, dafür war man leider zu lange Weg vom Geschehen.

Verstecken braucht man sich mit diesem Album aber ganz sicher nicht. Mir persönlich gefällt das Ganze sogar weitaus besser als die letzten Produktionen genannter Bands. Und das ist es, was für mich zählt.

Die besten Metallverarbeiter der Autostadt sind zurück – und wie !!!


 


 

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