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JUDAS PRIEST - Redeemer of Souls

40 Jahre nach ihrem Debut mit "Rocka Rolla" legen Judas Priest mit "Redeemer of Souls" ihr 17. Studiowerk vor. Nachdem das Konzeptalbum "Nostradamus" 2008 bei ihren zahlreichen Fans eher Schulterzucken als Fußwippen hervor rief, rocken Priest anno 2014 wieder ordentlich ab. Ein Grund dafür dürfte auch der Einstieg von Richie Faulkner sein, der 2011 für den kurz vor der Epitaph Tour ausgestiegenen K.K Downing zur Formation stieß und dem Urgestein des Heavy Metal eine Frischzellenkur verpasste.

Um eines gleich von vornherein klar zu stellen: Judas Priest haben mit dem neuen Album weder das Rad noch sich selbst neu erfunden. Auf den geneigten Hörer mag "Redeemer of Souls" vielleicht wie eine Werkschau der vergangenen vier Jahrzehnte wirken, und selbst Rob Halford kann sich vorstellen, daß der ein oder andere Fan dieses Werk als eine Art Comeback ansehen könnte. Doch warum sollten Judas Priest sich und ihrer Linie untreu werden?

Rob Halford, inzwischen 62jährig, kommt zwar nicht mehr so ganz an die hohen Töne heran, aber dann läßt man diese eben weg. Ansonsten zeigt sich der Fronter stimmlich in passabler Verfassung.

Musikalisch geht es mit "Dragonaut" und dem Titelsong gleich richtig gut los. Da fühlt man sich ca. 25 Jahre jünger, wie zu Zeiten von "Painkiller". "Halls of Valhalla" zeigt Judas Priest von ihrer epischen Seite und das folgende "Sword of Damocles" gemahnt an die Birminghamer Kollegen von Black Sabbath oder den seligen Ronnie James Dio.

Ohne Schnörkel hauen die Jungs danach straighte Rocker wie "March of the Damned" und "Down in Flames" raus, die auf der kommenden Tour sicherlich zu Publikumslieblingen werden können. Echte Stadionhymnen eben. Danach nehmen Priest bei "Hell & Back" mal etwas den Fuß vom Gas und zeigen, daß sie auch Mid Tempo können.

Hat mir das Album bis hierher ausgesprochen gut gefallen, kann der achte Track "Cold Blooded" mich nicht nachhaltig überzeugen. Das ist weder Fisch noch Fleisch. Irgendwie springt der Funke dabei nicht über. Auch nicht nach mehrmaligem hören.

"Metalizer" steht in der Tradition von Fantasiefiguren wie dem "Steeler" oder dem "Grinder" und soll Tugenhaftigkeit und positives Denken vermitteln. Was ihm mit seinen treibenden Riffs in bester Metal Manier auch gelingt und seinem Namen damit alle Ehre macht. Ein absolutes Highlight des Albums.

Mit dem anschließenden "Crossfire" geht es ganz weit zurück in der Historie von Judas Priest, die in ihren Anfangstagen stark vom Blues und dem entsprechenden bluesigen Heavy Rock von Deep Purple, Led Zeppelin oder den Yardbirds beeindruckt und beeinflußt wurden. Hier outet sich Faulkner als Blueser. Untypisch zwar für dieses Album, letztlich aber großes Kino.

 

Tracklist:

  1. Dragonaut
  2. Redeemer of Souls
  3. Walls of Valhalla
  4. Sword of Damocles
  5. March of the Damned
  6. Down in Flames
  7. Hell & Back
  8. Cold Blooded
  9. Metalizer
  10. Crossfire
  11. Secrets of the Dead
  12. Battle Cry
  13. Beginning of the End

Bonustracks:

  1. Snakebite
  2. Tears of Blood
  3. Creatures
  4. Bring it On
  5. Never Forget

Release Date: 11.07.2014

Label: Epic Records


Punkte: 8,5 / 10

Review by MC Lucius


Website:

http://www.judaspriest.com/


 

"Secrets of the Dead" treibt sich latent in der Doom Ecke herum, ehe "Battle Cry" wieder ein Stück ist, welches Judas Priest auch schon zu "Screaming for Vengeance" Zeiten gut zu Gesicht gestanden hätte. Eine Verbeugung vor der eigenen Vergangenheit. Das abschließende "Beginning of the End" ist ein Rausschmeißer der Güteklasse 1a und zeigt Priest von der ganz gefühlvollen Seite, ohne dabei ins kitschige abzudriften.

Von den fünf Bonustracks können mich allerdings nur "Creatures" und "Never forget" restlos überzeugen, die restlichen drei Stücke fühlen sich leider nur nach Füllmaterial an.

Alles in allem zeigen Judas Priest auf "Redeemer of Souls" eindrucksvoll, warum sie eine der stilprägendsten Bands des Heavy Metal waren und sind. Respekt meine Herren. Gut gemacht.

 


 

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