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RUST2DUST - Daymare

 

     Tracklist:

  1. Intro
  2. Stay Awake
  3. Lost
  4. Hate
  5. Devil's Whore
  6. Daymare
  7. Crime
  8. Dopamine
  9. Losing Everything
  10. Kral' Skazy
  11. Rieka

Release Date:  28.10.2013

 

Rust2Dust – wieder eine neue Band, von der man vorher noch nie etwas gehört hat. Ok...zumindest ich nicht. „Daymare“ ist das Debutalbum betitelt, welches eigentlich schon 2010 erschienen ist, nun aber bedingt durch einen neuen Kontrakt mit Metalbox Recordings einer breiteren Masse neu veröffentlicht wird.

Das Coverartwork sieht irgendwie aus wie von einem Computergame stammend, der schwarze Engel darauf wirkt aber trotz allen Klischees durchaus ansprechend fürs Auge.

Die Band an sich stammt aus der Slowakei und kann trotz erst vierjährigen Bestehens bereits vorweisen, mit gestandenen Bands wie Mnemic, Pro-Pain und Raunchy live gespielt zu haben. Und, resultierend aus dem Gewinn einer Wacken-Battle, durfte man auch das größte Metal-Festival der Welt 2012 bespielen. Nicht schlecht, soweit.

Unheilvolles verkündet das eröffnende, teils computerisierte, symphonische Intro. 2 Minuten cineastisch angehauchter Klänge...endzeitmäßig, fantasy-like.

Um wachzubleiben geht man daher im folgenden „Stay Awake“ gleich brachial zu Werke. Das Ganze kann wohl am ehesten dem Begriff Metalcore zuordnen. Gebrülle wechselt mit Cleangesang ab. Kennt man von einschlägigen Bands dieses Genres zur Genüge. Der Song knallt ganz gut und bleibt im Refrain recht melodisch.

Gleiches kann man vom folgenden „Lost“ sagen. Die cleanen Gesangsparts kommen noch einen Tick höher zur Geltung, als im Opener. Vocalist Toma hat eine durchaus ansprechende Stimme, das Gebrüll als Gegensatz ist eher austauschbar und ohne jeglichen Wiedererkennungswert.

„Hate“ beginnt mit mächtigem Synthie-Eingschlag. Erhaben und düster, bevor es mit typischen Crossover Themen weitergeht. Die Band streut immer wieder kleinere, computer-untertützte Breaks ein, die den Songs Abwechslung verleihen. So auch hier.....teils räudig wie ein Straßenköter, teils kino-artige Soundsamples.

Beinahe richtigen Dancefloor-Charakter hat das folgende „Devil's Whore“. Hier lässt es sich sicherlich schön über die Bretter zucken. Natürlich schmeißen dich die integrierten Brutalo-Shouts rückwärts an die Theke, aber die Basis des Songs ist äußerst tanztauglich. Nur...wer ist der Katze am Schluß auf den Schwanz getreten ?

Nichts Gutes verheißend beginnt der Titelsong. Düstere Friedhofsatmosphäre, die in ein akkustisches Gitarrenstück mündet. Was sich wie eine düstere Ballade weiterschnürt verfängt sich durch harte Breaks in einen Hybrid aus balladesker Melancholie und brutalem Gegenwind. Der Song macht richtig Spaß. Der tag-gewordene Alptraum kann durchaus fesseln....Gut !!

„Crime“ hört sich teilweise an, wie metalcore-lastiger Blues. Finger schnippend und rauchend zu Beginn ballert man sich zum Ende. Zwischendurch wird mal gerülpst (was so aber sicher nicht rüberkommen sollte). Schöne Gitarrenführung, teilweise zum Hüpfen auffordernd ,wird die hiesige Kopfsocken-Fraktion erfreuen. Irgendwie mutet der Song etwas langweilig an....

Verführerisch träumend wird man auf „Dopamine“ eingestimmt. Swingende Gitarren, fröhlicher Gesang, progressiv angehaucht. Sehr eingängiges Stück, welches durchaus als Single taugen kann.

Extrem melodisch fortgeführt wird das Album mit „Losing Everything.“ Mehrstimmiger Refrain, sauber interpretiert. Ab und zu mal ein Rüpel-Riff oder ein in die Länge gezogener Schrei, hauptsächlich aber im cleanen Wasser schippernd, beweist auch dieser Song eine gewisse Radiotauglichkeit.

Das in der Landessprache gesungene „Kral' Skazy“ ist ein fast reinrassiger Uptempo Metal Song. Lediglich der Gesang bringt eine erhöhte Alterna-Schlagseite. Sehr straight und die Sprache stört keineswegs.

Das denkt auch die Band und behält dies im Abschluss-Track „Rieka“ bei. Im Gegensatz zum vorherigen wirkt dieser Song abgefahren, schräg und teilweise krank. Aggressiver Gesang und disharmonisch wirkende Instrumentalarbeit regieren. Innovativ oder einfallslos.....der Grat ist schmal.

Die Art der Musik gehört eigentlich nicht zu meinen Favoriten. Modernen Sounds stehe ich doch eher skeptisch gegenüber.

Trotzdem kann ich, objektiv betrachtet, Rust2Dust einiges an Einfallreichtum, songwriterisches Geschick und zumindest teilweise einen professionellen Breitwand-Sound bescheinigen. Langweilig wird’s eigentlich nie und der Sänger ist im Clean-Bereich ein wirklich guter. Ob die Mucke stets organisch eingespielt wurde, sei mal dahingestellt. Die vielen zum Konzept gehörenden, eingestreuten Sound Samples lassen vermuten, daß auch anderes durch den Computer gejagt wurde. Stimmig ist das Ganze aber allemal.

Metal-Puristen – Finger weg !! Crossover u. Metalcore-Fans – hier kommt mal was Innovatives, greift zu !!

Punkte: 8 / 10

 

Review by Kerbinator

 

 

 

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