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SAVAGE - Sons of Malice

 

Tracklist:

1. The Rage Within

2. Black 'N Blue

3. Sons of Malice

4. The Haning Tree

5. Monkey on my Back

6. Junkyard Dogs

7. Blow

8. Waking the Dead

9. Choose Revolution

10. Now

11. Look at Yourself

12. Master of War

13. Fallen Idols

 

Release Date: 02.04.2012 - Minus2Zebra

 

 

Die Zeit der Reunions hat nach wie vor Hochkonjunktur. Hierbei zehren die Bands verständlicherweise von den mehr oder weniger ruhmreichen Zeiten der Vergangenheit. Gerade die Zeit der NWOBHM wird hier gnadenlos ausgeschlachtet. Alles, was damals eine Gitarre zur Hand hatte, zählt sich dazu oder wird dazugezählt. Egal, ob die Band oder der Musiker für diese Zeit eine Bedeutung spielte oder nicht. Daher ist die Frage nach dem Sinn der ein oder anderen Reunion durchaus berechtigt. Wenn ich sehe, daß manche Band ohne jegliches Gründungsmitglied eine solche Reunion veranstaltet, bin ich der Meinung ein neuer Bandname mit evtl. Querverweis zur Vergangenheit hätte mehr Sinn gemacht. Es gibt allerdings auch Gegenbeispiele. Ein solches ist die Band Savage. Immer mal wieder aufgetaucht zwischendurch hat diese Band nie wirklich den Durchbruch geschafft. Daher wird Savage meist auf deren Debütalbum „Loose 'n Lethal“ und den Song „Let it loose“, welcher nicht zuletzt für Metallica ein großer Einfluß gewesen zu sein scheint, reduziert. Mit Chris Bradley (vocals/bass) und Andy Dawson (lead guitar) sind zwei Bandmitglieder dieser Zeit nach wie vor an Bord und mit „Sons of Malice“ hat man kürzlich ein neues Album rausgehauen, das erste seit dem Jahr 2000. Sprechen wir hier nun also von einer Reunion, sprechen wir von einer durchaus berechtigten. Was das neue Album draufhat, erfahren wir jetzt.

Schön old-schoolig geht’s auch gleich los mit „The Rage Within“. Orientiert sich ein bisschen an Saxon zu „Wheels of Steel“-Zeiten. Zumindest was die Gitarrenarbeit angeht. Routiniertes Gitarrenspiel und die angenehme, rauhe Metalstimme von Chris Bradley lassen die gute, alte Zeit der schnörkellosen Metallarbeit wieder aufleben. Fetzig, straight mit coolem mehrstimmigen Refrain. Klasse Song, nicht nur für die ewig Gestrigen.

„Black 'n Blue“ punktet mit knarzigen Rock'n Roll vibes im AC / DC style. Man sieht förmlich Andy Dawson mit einer Kippe im Mundwinkel auf der Bühne stehen und diesen whiskey-geschwängerten Sound zelebrieren. Savage goes a kind of boogie....cool.

Eine schweres Riff eröffnet den Titelsong. Behäbig und heavy. Fast fühlt man sich an härtere, frühe Van Halen erinnert. Chris toller Gesang bringt aber erneut eine eigene Note in den Song. Einen Song, der nicht zuletzt durch den abgezockten Refrain erfreut. Ach ja...ein famoses Gitarrensolo inklusive.

Ein kleines Spieluhrthema zu Beginn von „The Hanging Tree“ gemeinsam mit akkustischen Western-Gitarren lassen ein Abdriften in Southern Rock Gefilde vermuten. Aber die einsetzende Elektrizität bringt uns zurück in den Metal-Sattel. Ein sehr erdiger Song, rock'n roll basierend. Irgendwie werde ich auch hier das Van Halen Gefühl nicht los.

Ein etwas schräges Gitarren-Thema laust den Affen zu Beginn. „Monkey on my Back“ hat nicht nur einen etwas kuriosen Songtitel, auch der Song an sich ist etwas verschroben. Am ehestens noch zu vergleichen mit US Rockperlen wie Skid Row oder Autograph versprüht der Track einen latenten, amerikanischen 80er hair touch, allerdings der reiferen Sorte. Etwas langatmig vielleicht und auch nicht abwechslungsreich genug, um als Treffer herauszustechen.

Dreckig geht’s weiter mit „Junkyard Dog“. Ein Song für die Gassen, die Gangs, den Schmutz. Lederkappen raus und los die Hunde. Teilweise verzerrter Gesang im Refrain verstärkt noch das Gefühl, Staub einzuatmen, während man den Song hört. Ein sozusagen echter Gassenhauser !

Folgend ein Titel für die Frauen....“Blow“. Scherz beiseite ! Erneut ein Song für echtes Rock'n Roll feeling. Dreckiger Sprechgesang von Chris bringt das Ganze fast in Black Label Society Nähe. Funktioniert sicherlich gut in den Bierzelten dieser Welt.

Wiederum weitaus metallischer geht es zu in „Waking the Dead“. Galoppierende Gitarrenläufe, straighter Songaufbau, netter Refrain. Heavy Rock vom Allerfeinsten.

„Choose Revolution“ ist eine tiefgroovende Abgehnummer in alter Whitesnake / Van Halen Manier, straight und eingängig. Der Song kommt ohne große Worte aus und lässt weder einen Blick nach links noch nach rechts zu....nur geradeaus. Plätschert ein bisschen dahin, aber ist nicht wirklich schlecht.

Kein Blick zurück, das Leben pulsiert „Now“. Der Song kupfert im Refrain am gleichnamigen Def Leppard Smasher ab, dies ist aber der einzige Bezug zur britischen Legende. Die Gitarren braten fett, der Song zählt zu den schnelleren des Albums. Fast and furious, würde ich sagen.

Etwas düsterer und rauh folgt „Look at yourself“. Hat irgendwie etwas von Nugent's Cat Scratch Fever. Solider Hard Rocker, bei welchem die Vocals einigermaßen fies rüberkommen. Erneut klasse Gitarrenarbeit hebt den Titel aus der Belanglosigkeit.

In die gleiche Kerbe schlagen zum Abschluß noch die Tracks „Master of War“ und „Fallen Idols“. Gute, hausgemachte Rockkunst, alter Herkunft, herübergerettet in das Hier und Jetzt.

Man sollte „Sons of Malice“ als eigenständiges Album bewerten, ohne verstärkt auf die Vergangenheit zurückzublicken. Sicherlich sind noch Parallelen zu früher vorhanden, alleine schon die Stimme von Chris Bradley lässt dies zu. Das Album sei aber vor allem denjenigen ans Herz gelegt, welche kein zweites „Loose n' Lethal“ erwarten.

Geboten wird erstklassige Hard Rock Mucke mit Zitaten zu Großtaten früherer Platzhirschen wie Van Halen, Whitesnake oder auch rotziger 80er US Hairspray Formaten wie Skid Row. Bedingt durch die musikalische Qualität und den nach wir vor ansprechenden Gesang, haben Savage somit auch im Jahr 2013 nach wie vor ihre Berechtigung in der Musikszene. Fans und Freunde guter Rockmusik können hier bedenkenlos zugreifen.

Punkte: 8 / 10

Review by Kerbinator

 

 

 

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